„Zahme Vögel singen von Freiheit, wilde Vögel fliegen!“

by Martin Neuhof

Geboren wurde ich 1983 in Grimma und durfte in der Nähe eine Waldes in dem Dorf Großbothen aufwachsen. In die Schule ging ich in Kössern, Großbothen, Colditz und dann in Grimma.

Besonders die Zeit am Gymnasium in Colditz sollte sich, rückblickend auf mein heutiges Leben, intensiv auswirken, denn die ersten Erfahrungen mit Nazi’s und Menschenfeinden sammelte ich während meiner Schulzeit, ab Mitte der 1990iger Jahre.

Mittlerweile wurde viel über mich geschrieben und viele Menschen haben sich Ihre eigene individuelle Meinung zu mir gebildet. Wenn ich selbst etwas über mich schreiben soll dann fällt mir das schwer und man versucht sich auf den Kern seines Seins zu beschränken. Auf der Seite Wirken habe ich euch mal versucht ein paar Eckpunkte aus meinem bisherigen Leben zusammen zu fassen. Bewusst habe ich dies nicht Leben und Lebenslauf genannt, denn dazu gehört noch wesentlich mehr als das was ich bereit bin mit der Öffentlichkeit zu teilen.

Für meine Freunde und viele der Menschen mit den ich gearbeitet und mein Freizeit verbracht habe bin ich unter dem Spitznamen „Pudding“ bekannt und anders als von vielen angenommen, ist dies kein sogenannter „Punkername“, sondern er geht auf das klassische ärgern unter Kindern im Grundschulalter zurück.

Wenn wir schon einmal dabei sind, ich denke auch nicht das ich in die klassische Punker Definition passen würde, wenn ich mich subkulturell verorten müsste dann bin ich wahrscheinlich am ehesten ein Hardcore Kid der Refused Generation, welches besonders viel Zuneigung zum DIY und Anarcho Dasein empfindet, womit ich unterm Strich wahrscheinlich am ehesten als Zecke zu bezeichnen bin die für die Crusten Existenz noch zu tief im „normalen“ Leben verwurzelt ist und den Ausstieg aus der Normalität nie geschafft hat. Auch heute kann ich glücklicherweise, mit meinen Freunden, diesem speziellen Lebensgefühl des DIY HC/Punk mit der „to old to die young – Good Night White Pride“ Attitude bei Angstbreaker noch Ausdruck verleihen!

Antifaschist zu sein bedeutet für mich, meine Meinung gegenüber Menschenfeinden und Leuten die Menschen aufgrund willkürlicher Merkmale ausgrenzen und abwerten zu sagen und für diese Meinung und ein antifaschistisches Selbstverständnis zu kämpfen. Zu kämpfen bedeutet für mich auf der Straße, in den Parlamenten, der Hochschule, in der Gesellschaft, auf einer Bühne oder am Redner*innenpult aktiv zu sein und für eine andere Welt und eine gleichberechtigtere Welt einzustehen. Heute sehe ich meine Stärke darin andere Menschen zu motivieren aktiv zu werden, sie bei ihrem Kampf zu begleiten um für zukünftige Generationen unser Welt doch noch zu einem besseren Ort zu machen!

Ich selbst kämpfe für die Akzeptanz einer emanzipatorischen sowie kritischen Jugendarbeit und Sozialarbeit, welche sich selbst überflüssig machen möchte und die Widersprüche innerhalb unseres Systems als Arbeitsauftrag und nicht als Grenze versteht. Denn Grenzen sind genau wie Nationen, nicht das was ich mir in einer hierarchiefreien Welt vorstellen kann.

NO BORDER NO NATION

…another world is possible!!!

Beteilige dich an der Unterhaltung

6 Kommentare

  1. Hallo, ich habe gerade den Artikel über die Soziale Arbeit in der ZEIT gelesen: sehr, sehr, sehr interessant. Ich habe als Erzieherin gearbeitet und mir geht es in vielen Belangen genauso, wie Du es von Dir erzählst. Ich hoffe, dass wir uns mal über den Weg laufen….
    (Wenn Sonne durch Regentröpfchen scheint, entsteht eine Brücke, die Menschen vereint)
    Beste Grüße aus Lübeck!!!
    (Was ist ein Gravatar?)

    1. Hallo Aggie,

      vielen lieben Dank für deine Nachricht und freut mich das dir der Artikel gefallen hat.

      Ein Gravatar ist eine Art Profilbild welches dann vor deinem Namen angezeigt werden würde, ist automatisch mit drinnen, aber absolut nicht notwendig!

      Solidarische Grüße
      Tobias

      1. Ok, danke für Deine Antwort.
        Ich will nicht nerven:
        Ich habe in der gleichen ZEIT-Ausgabe einen Artikel über (zukünftige) Stadtentwicklung gefunden („Die gute Stadtluft“ von Friedrich von Borries, Architekt und Professor für Designtherorie an der HbK Hamburg), der kommt am Ende seines Artikels zu dem Schluss: „Wenn man sich die Welt als vernetzte Stadt vorstellt, die mal engere, mal weitere Maschen hat, werden die Grenzen der Nationalstaaten überflüssig. Und diese global vernetzte Globalopolis hätte aus politischer Perspektive kein Problem damit, sowohl lokal wie global die Herausforderungen ihrer Zeit anzugehen, weil „global“ und „lokal“ kein Widerspruch wären. Das heutige Erstarken populistischer Bewegungen – von „America first“ bis zum Brexit – erschiene dann im Rückblick als das letzte Aufbäumen der begrenzten Nationalstaaten.
        Die vernetzte Stadt ist also nicht nur die Antwort auf die Klimakrise. Sie weist auch den Ausweg aus der gegenwärtigen Krise der Demokratie.“
        Für mich hört sich das nach no border no nation an, vielleicht irre ich mich, möglich ist vieles. Allerdings gibt es mir doch einige Hoffnung.
        Gruß,
        Aggie

        1. Auf keinen Fall sollten wir die Hoffnung aufgeben, denn bekanntlich stirbt die zuletzt;-) Ich sehe das mit den Nationalstaaten ähnlich, auch die reaktionären Bewegungen wie zB die AfD sind auf dieses „letzte Aufbäumen“ zurück zu führen. Deshalb können wir durchaus davon ausgehen das es positiver wird, die Frage ist nur aktuell welche Folgen wird dieses Aufbäumen haben. Auch die ganzen Nationalsozialistischen Bewegungen der 1920er Jahre waren ein solches Aufbäumen, leider mündete dies im 2. WK und das wäre eher scheiße wenn es soweit kommt, aber schauen wir mal! Ich denke wir werden Teil dieser Geschichte sein!

          Solidarische Grüße
          Tobias/Pudding

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.