Eigentlich wollte ich es nicht tun, aber nachdem ich jetzt echt mit vielen Menschen über den Artikel gesprochen hab, muss es raus, damit es in meinem Kopf abgeschlossen ist. Ihr müsst euch den Artikel der LVZ vom 07.02.2020 im übrigen nicht durchlesen, denn es ist schwer zu ertragen wie viele Rassismen in einen Artikel passen. Bevor ich aber ein paar Zitate aus dem Artikel bringe eine kurze Einordnung.


Die Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) erläutert zu Rassismus und der heutigen Ausprägung folgendes: […]“Rassismus als System besteht aus alltäglichen Wahrnehmungshilfen, aus Wahrnehmungsfiltern, die unsere Einschätzung sozialer Gehalte und Situationen lenken und somit strukturieren. Rassismus basiert auf sozialem Wissen zu Angehörigen gesellschaftlicher Gruppen. Diesen Gruppen wird ein Set von Eigenschaften (Differenzen) zugeschrieben. Die positiven oder negativen Eigenschaften (sie trinken viel, sie können gut tanzen, sie sind sparsam), werden zum Wesen der Gruppenangehörigen erklärt. Die dominante Gruppe sichert sich ein Set von Eigenschaften, welches ihre Dominanzposition unterstreicht. Problematische Eigenschaften (Differenzen) werden hingegen auf die dominierten Gruppen abgewälzt.“ […]“Kulturrassismus basiert zudem auf Vorstellungen einer Unvereinbarkeit von als kulturell unterschiedlich konstruierten gesellschaftlichen Gruppen. Es geht also nicht darum, eine gleichberechtigte Pluralität kultureller Lebenskonzeptionen, eine gleichberechtigte Koexistenz zu fördern. Es geht vielmehr darum, ‚Kultur‘ als Differenzmarkierung zu etablieren und als hergestellte Grenze oder soziale Hierarchie wirksam werden zu lassen.“[…] (verfügbar unter www.bpb.de/gesellschaft/migration/dossier-migration/223738/rassismus am 12.02.2020)

Der Artikel in der Leipziger Volkszeitung trägt die Überschrift „Aus 66 Nationen: Warum Ausländer gern in Grimma leben“ hier frage ich mich auch gleich ob das tatsächlich so ist, denn mir sind da durchaus andere Geschichten bekannt. Da haben Menschen ganz oben auf ihrer Agenda stehen, Grimma ganz schnell wieder zu verlassen, da es für die „Grimma-Ausländer“ nicht immer freundlich hier ist. 4% als „babylonisches Völkergemisch“ zu bezeichnen und dann auch noch die Zugehörigkeiten zu Nationen einzeln aufzugliedern zeigt nicht etwa die Vielfalt sondern vielmehr stigmatisiert es Menschen.

Wenn der Artikel schon im zweiten Satz auf Tätigkeiten wie“…pflücken sie als Saisonarbeiter die Äpfel von den Bäumen…“ eingeht, überrascht, anders als im Artikel dargestellt, die Fremdenfeindlichkeit einen irgendwie überhaupt nicht. Denn, ja, derartiges stellt, wie von der bpb ausgeführt, die Überhöhung der Ur-Grimmaer*innen dar um ihren Stellenwert zu sichern und um ganz klar eine Soziale Hierarchie zu konstruieren. Die Darstellung als Bereicherung überliest man* dann und irgendwie kommt die innerhalb dieses Artikels auch nicht rüber. Denn später wird der Ramadan bei Kindern als Kindeswohlgefährdung dargestellt und es bleibt für mich die Frage offen was denn die Präventivangebote sind um tatsächlicher Kindeswohlgefährdung vorzubeugen. Wie steht es um die Angebote einer mobilen Jugendarbeit oder einer Streetwork im Stadt und Landgebiet? Getreu dem Motto geht es natürlich auch darum das Menschen mit Migrationshintergrund gern in Grimma leben können, aber es solle sich doch „unseren Grundregeln“ unterworfen werden! Damit ist wohl gemeint seine Religion nicht ausleben zu dürfen, denn es wird im Zusammenhang mit dem Ramadan erwähnt. Verdammt wir haben Religionsfreiheit. Ich finde Religion auch nicht gut, aber das kann doch wohl jede*r für sich selbst entscheiden. Das es nicht zu spüren ist, das so „viele“ (4%) Menschen mit Migrationshintergrund in Grimma leben ist dann gleich eine „Sensation“. Die zwei Mitarbeiter*innen in der Stadtverwaltung und die eine Azubine machen ihre Sache selbstverständlich gut! Nachdem ich den Artikel gelesen hatte blieben bei mir echt viele Fragen offen und ich frage mich in erster Linie ob die LVZ und deren Redakteur*innen vielleicht mal eine Betzavta Schulung (z.B. bei Pokubi in Nossen) gebrauchen könnten und noch vielmehr frage ich mich wie ich den Oberbürgermeister der Stadt Grimma je gut finden konnte und wie ich über all die Jahre über diesen Alltagsrassismus hinweg sehen konnte.

Ich ärgere mich über mich selbst, aber zum Glück ist Besserung in Sicht. Manchmal muss man* Beziehungen eben beenden, ach und wie er gegenüber der DIE ZEIT (Der Störenfried von Grimma in Nr. 1/2020 verfügbar am 12.02.2020) mitteilte lebe ich ja eh davon so etwas an zu prangern!

Arbeits und Recherchezeit für diesen Post ca. 30 Min, macht nach meinem aktuellen Honorarsatz für Vorträge 50EUR! Die Zahlung übernimmt die Antifa GmbH gemäß dem Tarifvertrag für Linksextremisten.

ANOTHER WORLD IS POSSIBLE…!!!

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